Exkursion bringt Natur nahe

 

Försterin erklärt unseren Schülern der 6a und 6b Verhaltensregeln für den Wald

     
 

Von wegen keine Ahnung von der Natur: unsere Schüler haben engere Bekanntschaft mit dem heimischen Wald gemacht.
Dabei konnten sie auch auf eine echte Expertin bauen.

Mit ihrer Hündin Wanda steht Försterin Christina Frost am Schlagbaum im Bockwinkel, unweit der Kläranlage, ganz in der Nähe auch die Hünenburg, oder besser: die Reste einer mittelalterlichen Wallburg.
Die 28-Jährige trifft sich heute mit unserer 6a und 6b. An diesem frostigen Dienstagmorgen geht es in zwei Gruppen auf Exkursionen durch den Wald an der nahen Berkel.

„Ich habe nicht die Illusion, Natur- und Umweltschützer heranzuziehen“, meint die zertifizierte Waldpädagogin. Sie will mit diesen Führungen Kindern- und Jugendlichen das Interesse am Wald vermitteln. Ihren Beruf als Försterin macht das facettenreicher. Sonst geht es häufig um Durch- oder Aufforstung.

„Wald“ ist Thema im Unterricht
Die über 60 Kinder der Klassen 6a und 6b der Realschule sind überraschend gut vorbereitet, wie Christina Frost ganz schnell feststellt. „Wir beschäftigen uns seit Schuljahresbeginn in einer Unterrichtsreihe mit dem Thema Wald“, erklärt Biologielehrer Gerhard Schäfer, der die Klassen zusammen mit seiner Kollegin Sarah Hülskamp betreut. „Die heutige Exkursion ist der krönende Abschluss.“

In zwei Gruppen startet die Försterin mit den Schülern ihren Rundgang. Nach ein paar Metern stoppt Christina Frost. „Ihr seid fast durchgefallen, was war falsch?“, will sie von den Sechstklässlern erfahren. Die wissen es: „Man ist möglichst still und bleibt auf dem Weg.“ Auch Müll sollen Waldbesucher nicht hinterlassen, erklärt eine Schülerin. Als die Försterin nach Markierungen an den Bäumen fragt, hat Marcel Kleinkes die Antwort parat: „Das hier ist eine Rückegasse.“ Die Försterin erklärt, dass darin Forstmaschinen fahren können. Eiche, Fichte, Tanne, Lärche und andere heimische Bäume können die Schüler dann schnell zuordnen. Christina Frost berichtet, dass beim Nadelholz nur die Lärche im Herbst die Nadeln verliert.

Bäume im Bockwinkel sind bis zu 30 Meter hoch
25 bis 30 Meter hoch und 50 bis 60 Jahre alt sind viele Bäume im Bockwinkel, erklärt die Försterin. Die Schüler schwärmen anschließend aus, um ein paar Blätter zu sammeln. Sie kommen mit Exemplaren in der schönsten Herbstfärbung zurück. Zu welchen Bäumen die Blätter gehörten, zählen Schüler und Försterin rasch auf. Eine leichte Übung. Die Schüler hatten bereits als Hausaufgabe ein Herbarium mit mindestens 14 Blättern zusammenzustellen. Ganz eifrige Schüler haben weit über 30 Blätter gesammelt und bestimmt.

Vor einem ausgetrockneten Baum mit vielen Specht-Löchern bleibt die Försterin stehen. Warum bleibt der im Wald? „Damit sich darin Insekten ansiedeln können“, weiß Caroline Thesing. Christina Frost ergänzt, dass so ein Baum irgendwann vermodert und dann auch Dünger für den Waldboden ist.

Dünger für den Wald
Zurück am Schlagbaum zeigt die Waldpädagogin den Kindern ein paar Präparate von Waldtieren. Die hat sie aus dem Bestand er ehemaligen Johannesschule erhalten und setzt sie für ihre waldpädagogische Arbeit ein.

Zum Abschluss richtet Christina Frost den Appell an die Schüler „sich verantwortungsbewusst in der Natur zu bewegen“. Das Bewusstsein dafür hat sie mit ihrer Exkursion sicher geweckt.

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